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AktuellesWohnmöbelEsstischeSchreibtischeKLeinserienCajonVersandbedingungen Warum Vollholzmöbel und Holzfußböden nicht lackiert werden sollen.

Nach über 25 Jahren Erfahrung mit geöltem Vollholz in Innenräumen bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass stark beanspruchte Vollholzoberflächen, auf jahrelange Nutzung betrachtet, besser mit Ölen als mit Lacken geschützt sind.

Ich habe so manchen lackierten Tisch gesehen, der bei Familien mit kleinen Kindern einige Jahre als Esstisch im Einsatz war. Solch ein Tisch hatte dann viele Druckstellen und Dellen, die im Laufe der Zeit immer auffälliger und unansehnlicher wurden und sah dadurch alt aus.

Im Umfeld dieser vielen Beschädigungen war der Lack grau, weil von Feuchtigkeit unterlaufen. Wenn man sich die dünne, filmbildende Kunststoffschicht vorstellt, leuchtet es ein, dass diese durchbricht, wenn ein schwerer Gegenstand hart aufgesetzt wird. Dort, wo der Lack durchgebrochen ist, verbleibt ein scharfkantiger Rand im Lackfilm. An diesem scharfkantigem Rand bleiben beim Wischen der Tischplatte Partikel hängen, so dass sich in kurzer Zeit diese Schadstelle deutlich sichtbar zu erkennen gibt. Darüber hinaus wird der Lackfilm im Umfeld der Delle von Feuchtigkeit unterlaufen, so dass der Lack dort seine Haftung zum Untergrund verliert und eine Vergrauung des Holzes unter dem Lack stattfindet. Lackierten Fußböden ergeht es genau so. Und wenn ein solches Holzbauteil renoviert werden soll, dann bleibt nur noch vollständiges Abschleifen übrig. Im besten Fall wird dieses anschließend geölt und gewachst. Von den immerwährenden vergeblichen Bemühungen, die lackierten Holzbauteile mit Tischdecken und Teppichen zu schonen und zu schützen, will ich gar nicht reden.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass dort ungeeignete oder minderwertige Lacke eingesetzt waren. Dem halte ich entgegen, dass auch jedes moderne und hochwertige Lacksystem im Laufe der Zeit zunehmend verhärtet. Das führt dann unweigerlich zu feinen Haarrissen im Lack, wenn das Vollholzbauteil arbeitet. Und diese Haarrisse führen ebenso wie Dellen zu Beschädigungen durch Feuchtigkeit, also zu Wasserflecken und Vergrauung. Bei der Berührung fühlt sich die lackierte Holzoberfläche genauso an wie eine kunststoffbeschichtete Spanplatte.

Ganz anders verhält es sich mit der klassisch geölten Oberfläche. Nach der Einbringung von Holzschutzöl wird der verbleibende Ölüberstand kurz nach dem Auftrag mit dem Lappen wieder aufgenommen. Das in die Holzoberfläche eingedrungene Öl imprägniert dort die Holzzellen. Es trocknet nach einigen Tagen, erhärtet und verhärtet auch die oberste Schicht des Holzes. Diese Behandlung führt zu keiner Filmbildung. Und deshalb haben Sie auch nicht die oben beschriebenen Nachteile mit Haarrissen und Durchbrüchen wie beim Lackfilm. Zusätzlich kann noch ein dünner Wachsauftrag erfolgen. Dieser füllt die Poren des Holzes und führt zu einer Glättung der Oberfläche.

Manch einer glaubt, eine geölte Tischplatte ist nicht genug geschützt gegen Flecken von Rotwein, Beerensaft, Rotebeetesaft und anderen Fruchtsäften. Tatsächlich kann es vorkommen, dass sich manchmal derartige Flecken nicht ohne Weiteres sofort abwischen lassen. Es kann dabei aber beobachtet werden, dass die Flecken nach einiger Zeit durch die Einwirkung des Tageslichtes verschwinden, denn diese Farbstoffe sind nicht lichtecht. Auf eine so behandelte Holzoberfläche können Sie einen heißen Topf mit Kochgut stellen, ohne dass sie Schaden nimmt.

Durch die tägliche Benutzung erlangt eine geölte Tischplatte mit der Zeit eine natürliche Patina, einen unverwechselbaren, natürlichen Charakter und diesen behält sie dann auf Jahre bei. Sie können so eine Tischplatte, wenn Sie wollen, alle paar Jahre mal mit Spiritus abwaschen oder mit Scheuermitteln abschrubben und mit einem Lappen eine dünne Ölschicht auftragen und werden dann sagen: "Der Tisch sieht wieder aus wie neu".

Für die Pflege von geölten und gewachsten Holzfußböden gibt man/frau am besten eine nachfettende Fußbodenseife ins Putzwasser und wischt ganz normal den Boden. Ein Nachwachsen der Böden erübrigt sich damit.

Derartig behandelte Holzbauteile behalten ihre Schönheit über zig Jahre. Und das, obwohl diese Holzflächen auch Dellen haben, nur das diese unauffällig sind und bei der normalen Betrachtung des Holzes nicht wahrgenommen werden. Denn diese Dellen haben eben keinen Schmutzrand, weil es weder Lackfilmdurchbruch, noch Vergrauung noch Wasserunterlaufung gibt.

Damit erklärt sich auch, warum in historischen Gebäuden wie z.B. in mittelalterlichen Schlössern, durch die täglich Hunderte von Besuchern geführt werden, keine lackierten Holzböden zu finden sind.

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