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AktuellesWohnmöbelEsstischeSchreibtischeKLeinserienCajonVersandbedingungen Die Entstehung und Entwicklung des "Bio-Möbels"

Ich erinnere mich noch, als in den 70er Jahren entdeckt wurde, dass fast alle handelsüblichen Möbel Formaldehyd ausdampften. Formaldehyd ist ein Bindemittel, das in den Leimen der Spanplattenindustrie Verwendung fand. Es konnte dort, wo die Spanplatte nicht versiegelt war, austreten und die Raumluft vergiften. Raumluftmessungen ließen erhebliche Emissionen erkennen. Ausgedampft und gefunden wurden unter anderem Styrole aus Hartschaum, Giftstoffe aus Holzschutz- und Desinfektionsmitteln, Feinstäube aus Faserzement und noch vieles mehr, was für den Menschen als höchst gesundheitsschädlich anzusehen war.

Die meisten Lasuren und Holzschutzmittel waren damals vom Hersteller als "für Wohnräume geeignet" beschrieben, obwohl diese so giftig waren, dass man/frau diese heute nicht einmal mehr für den Gartenzaun verwenden würde. Gestrichen wurden damit Holzfußböden und Wandverkleidungen aus Holz. Massenweise traten die verschiedensten Erkrankungen auf, die auf diese Giftstoffe zurück geführt werden konnten.

Der Verbraucher war aufgeschreckt und suchte fortan nach baubiologisch 'sauberen' Produkten. Baubiologen, die Aufschluss und Rat geben konnten, waren kaum zu finden. Von den Betroffenen ebenso gesucht wurden Schreiner, die nach baubiologischen Kriterien Möbel herstellten und Innenausbau anboten. Immerhin boten damals kleine dänische und schwedische Möbelläden Vollholzmöbel an. Kaum ein etablierter Schreinermeister wollte sich jedoch den anspruchsvollen und individualistischen Wünschen der Kundschaft annehmen. So konnten einige junge Handwerker, die der etablierten chemischen Industrie misstrauten, diese Nische besetzen.

Der 'Naturharz-Ölimprägniergrund von Livos war das erste Produkt der neuen Generation von Holzlasuren auf Ölbasis, mit dem ich ab 1981 neu hergestellte Möbel behandelte. Wenige Jahre später kamen Auro und weitere Hersteller mit ähnlichen Produkten "ölbasierter, biologischer Holzschutzmittel" auf den Markt.

Das vielleicht wichtigste Kriterium für den Anwender, ob ein Produkt die Bezeichnung „Bio“ verdiente, war und ist auch heute noch die Volldeklaration der Inhaltsstoffe und die Verwendung von natürlichen (naturidentischen) Inhaltsstoffen.

Es leuchtet ein, dass Holzschutzmittel, die im konstruktiven Holzbau und für Hölzer im Außenbereich Verwendung finden, in Wohnräumen nichts zu suchen haben, da Holz dort kaum einem Pilzbefall oder dem Befall von anderen Holzschädlingen ausgesetzt ist. Daher muss Holz für den Einsatz im Innenraum nicht mit giftigen Mitteln behandelt, sondern lediglich gegen Verschmutzung und Fleckenbildung geschützt werden. Deshalb sprechen die Fachleute auch nicht von Holzschutzmittel sondern von Holzimprägnierung.

In den vergangenen 25 Jahre haben die Hersteller von Bio-Holzschutzölen ihre Standardprodukte verändert, ihrer Produktpalette Bio-Lacke hinzugefügt und die Öle mit Wachsen angereichert, damit die Anwendung leichter wird. Die ehemals typische Duftnote nach Zitrusfrüchten wurde einst als Qualitätsmerkmal empfunden, wurde in späteren Jahren jedoch, weil zu stark ausdünstend, wieder entfernt. Deshalb wurden wasserlösliche und lösungsmittelfreie Lasuren entwickelt.

Währendessen hatte auch die traditionelle chemische Industrie ihre Produkte modifiziert, hatte Öle ins Sortiment genommen (diese aber zum Teil mit Kunstharzen gemischt), hatte Lasuren für den Innenraum entgiftet, die Anwendungsempfehlungen überarbeitet, so dass die Holzschutzmittel für den Außenbereich von denen für Innenräume unterschieden werden konnten. Die Spanplatten sind heute formaldehydfrei.

Was ich nach über 25 Jahren Erfahrung in der Herstellung von Vollholzmöbeln mit ganzer Überzeugung vertreten kann ist die Auffassung, dass bei stark strapazierten Vollholzbauteilen wie Küchenarbeitsplatten, Tischplatten, Fußböden, Treppen (z.B. bei Familien mit Kindern), die geölte/gewachste Oberfläche langfristig die vorteilhaftere gegenüber der lackierten Oberfläche ist. Und weil ein mit dünnem Holzfurnier belegtes Spanplattenmöbel nicht wirklich strapaziert werden kann, sowie Herkunft und Inhaltsstoffe des Plattenmaterials nicht nachvollzogen werden können, ist für mich das Vollholzmöbel, das mit Öl/Wachs veredelt ist, das „Bio-Möbel“.

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